Jürgen Durst – Laudatio

Wissen Sie, nachdem es erst letzte Woche geschah, dass Stockholm sowie Oslo die Gelegenheit hatten ihre Würdigungen abzuhalten, kam uns der Gedanke, dass wir nun an dieser Stelle die abschließende Auszeichnung innerhalb dieser Reihe vergeben sollten und  uns fi el in der Tat keine bessere Zeit ein als eben diesen Abend zu erwählen, kein passenderer Ort als diesen Hörsaal.

Dieser unser Preis wird jährlich ausgeteilt an Lehrende, die im vergangenen Semester der Studierendenschaft den großen Nutzen erbracht hatten und es ist uns ein großes Vergnügen, ihn nun an eine Person zu überreichen, die dieses zu würdigende Kriterium nicht nur jetzt, sondern vielmehr schon über die letzten Jahre hinweg in vollstem
Maße erfüllt.

Weder schreckten ihn organisatorische oder konzeptionelle Hürden zurück noch Probleme raum- und zeitartiger Natur; weder ließ er sich abhalten von einer wirr anmutenden  Gruppendynamik noch von einem obligatorischen Chaos fortgeschrittener Dimension, die die Ausbildung jungerer Physik-Anfanger im Rahmen des Projektpraktikums mit sich
bringt;

Liebe Anwesende, wir ehren heute Jürgen Durst!

Über die Arbeit, die er beständig seit vielen Jahren erbringt, lassen sich mannigfaltige Worte fi nden, so ist sein enormes Engagement auszuzeichenen, wie auch die beispielhafte Begeisterung und der aufopfernde Zeitaufwand, ohne welchen das Praktikum wohl nicht den Stellenwert erlangt hätte, den es heute bei den Studierenden innehat.

Dies wäre wohl nicht möglich gewesen ohne geduldige Gutmütigkeit, wenn hier eine Gruppe das zweite Mal innerhalb einer Woche die Prakikumsräume unter Wasser setzt und dort ein unerhärtes und subkutan beißendes Kreischen des selbstgebauten Theremins das Gehör beleidigt; und den Praktikanten, die mit einem schlecht vernieteten, kiloschweren Spiralreifen die Erdbeschleunigung messen wollten, dabei jedoch beachtliche Löcher in die Wände der neuen Praktikumsräume brachen, denen teilte Jürgen mit, die Wände müssten ohnedies mal neu gestrichen werden.

Man hat nie das Gefühl bekommen, seine Arbeit im Praktikum wäre für ihn lediglich ein zu erledigender Job – nein, es bereitet ihm merklich sehr viel Freude, die es ihm auch gelingt, auf seine Studentenschar zu übertragen.

Auch ist er darüber hinaus gewissermaen Vorreiter des Prakikums, gehörte er doch im Jahre 1999 selbst der ersten Gruppe an, die sich darin versuchte.
Während er in eben diesem Zusammenhang zu Beginn seiner Karriere allerdings noch eine gewisse Affinität zur Mikrowellen-Strahlung verspüren lies, verschlug es ihn im Laufe der nächsten Jahre jedoch eher an das andere Ende des elektromagnetischen Spektrums.

Dem Projektpraktikum blieb er dennoch beständig treu ergeben und ist damit wohl mitgemeint, wenn des ofteren erlauschte Lobeshymnen aus Studentenmunde das Praktikum in die Riege der prägendsten Erlebnisse des Studiums wähnen.

Lieber Jürgen, für eben diese deine Arbeit möchten wir dir heute unseren Preis verleihen. Er ist bestimmt für ein wörtlich „besonderes Engagement in der Lehre“ über das  Übliche  hinaus, womit wir mit unserer heutigen Wahl ausgenommen richtig liegen.